Ein Jahr in Mexico

Als ich das Angebot für eine Arbeitsstelle an der Deutschen Schule Mexiko-Stadt gelesen habe, dachte ich mir nur: „Warum nicht?“ Ein Jahr in einer riesigen Metropole in Lateinamerika leben und arbeiten - eine neue Kultur und neue Menschen kennenlernen! Los ging´s! Visum beantragt, in Berlin abgeholt und in den Flieger gehopst. 

Und damit fing das Abenteuer Mexiko an...  


Mitla in Oaxaca - wunderschöner, interessanter Teil von México
Mitla in Oaxaca - wunderschöner, interessanter Teil von México

Nun ist das Jahr schon vorbei - und Zeit für ein Fazit. 

In diesem Beitrag möchte ich euch meine Highlights des Landes und der Stadt vorstellen. Generell muss ich sagen, das ganze Jahr war ein Highlight und ich habe das Land und die Leute schnell in mein Herz geschlossen! 

Oaxaca

Beginnen möchte ich auch direkt mit Oaxaca. Wir haben mit dem Mietwagen alles erkunden können und es war wunderschön! Unser Ausgangspunkt war Oaxaca City, von dort ging es zu den unglaublichen Pyramiden von Monte Alban, den versteinerten Wasserfällen Hierve El Agua, dem größten Baum der Welt und dem Palast von Mitla, der zum Weltkulturerbe zählt. 

Monte Alban findet sich auch auf dem 20 Peso Schein
Monte Alban findet sich auch auf dem 20 Peso Schein

San Miguel de Allende

San Miguel ist eine meiner Lieblingsstädte. Allein die Anfahrt mit dem Bus ist schon spektakulär! Die kleinen Gassen und Straßen, die große Kathedrale aus rosa Sandstein und die Mariachi-Bands auf dem Marktplatz - es ist alles super schön! Von México-City aus in knapp 4 Stunden zu erreichen. Die Busnetze sind im ganzen Land gut ausgebaut! 

Die Kathedrale von San Miguel de Allende
Die Kathedrale von San Miguel de Allende

Acapulco

Acapulco war einst der Hotspot für die Reichen und Schönen - jetzt ist es die drittgefährlichste Stadt der Welt. Die Polizei ist korrupt und wurde vom Militär entmachtet, es gibt Drogenkriege, aber Traumstrände und das perfekte Klima! 

Wir haben uns überhaupt nicht unsicher gefühlt und die Stadt erkundet - den Zocalo, die Klippenspringer, das Fort San Diego und die tollen Pazifikstrände. 
Unser Hotel war das berühmte Las Brisas! Jeder Gast hat einen kleinen Bungalow mit eigenem Pool und traumhaftem Blick auf die Bucht! Wer möchte, muss das Hotel auch gar nicht verlassen - es hat einen sagenhaft tollen Beach Club (ohne Strand, aber super zum Schwimmen und Schnorcheln).

San Luis Potosi

Eines Tages machte ich mich mit einer abenteuerlustigen Gruppe auf ins weit entfernte San Luis Potosi. Ein sehr grüner, natürlicher Staat nördlich von México-City. Mit unglaublichen Wäldern, Seen und Wasserfällen. Der Trip war echt irre, wir schliefen in einem unfertigen Hostel, allem Anschein nach von Hunden geführt, zu viert in zwei Betten und aßen von morgens bis abends Tacos. 

Unser Gastgeber und der Herr des Hostels
Unser Gastgeber und der Herr des Hostels

Dafür sahen wir wunderschöne Natur, unglaublich blaues Wasser, den surrealen Garten des Edward James und machten eine tolle Bootstour. 

Xilitla - hier befindet sich der Garten von Edward James
Xilitla - hier befindet sich der Garten von Edward James

Riviera Maya

Geheimnisvolles Mexiko! Das beschreibt die Riviera Maya auf der Yucatan Halbinsel ziemlich gut. Es gibt Urwälder, verlassene, verlorene Tempel, unterirdische Cenoten mit glasklarem Wasser, Höhlensysteme und einen Zauber, den man nie wieder vergisst. Dreimal war ich dort und zack, dreimal verliebt. 

Einsame Strände gibt es hier noch, ganz am Ende von Tulum. In der Nähe von Pablo Escobars Mansion. Der Ort selbst ist vielleicht ein bisschen überlaufen, Möchtegern-Hippies und Weltretter haben hier ihre Bühne. Definitiv überteuert. Trotzdem schön, aber eben nur am Ende von Tulum, da wo die letzten Hotels sich einreihen. Und so campten wir eine Woche in diesem superteuren, aber supergutem Naturhotel mit Freiluftdusche und Glamourzelten. 

Puebla

Puebla liegt nur ca. 2,5 Stunden von México-City entfernt - je nach Verkehrslage IN México-Stadt. Das im Kolonialstil erbaute Puebla ist von historischer Bedeutung für México. Denn es ist die Wiege der Revolution! 

Und es gibt unglaublich viel zu sehen: eine Süßigkeitenstraße, Kunstmärkte, Museen, die wohl älteste Bibliothek der Welt, eine Ausgrabungsstätte im nahe gelegenen Cholula und der Blick auf die Vulkane! Ich empfehle einen Besuch in Puebla unbedingt! 

Taxco

Taxco liegt in Guerrero, ca 4 Stunden von Mexiko-Stadt entfernt. Es ist in die Berge eingebettet und bietet eine wunderschöne Kulisse. Taxco ist sehr berühmt für seine Silberarbeiten und die Silberminen, besonders die kleinen Gassen und Straßen haben mir gefallen. Hier gibt es auffällig viele VW Käfer! Außerdem gibt es natürliche Pools in der Nähe, die zum Schwimmen einladen. 

Tepoztlan

Tepoztlan liegt nur 1,5 Stunden von México-City entfernt und ist ein magisches Dörfchen. Besonders spektakulär ist ein Aufstieg zum Tepozteco, ein kleiner Tempel hoch in den Bergen. 
Hier kann man sehr gut essen und wandern. 

Teotihuacan

Die Pyramidenanlagen von Teotihuacan zählen für mich als mit die schönsten in Mexiko. Die gut erhaltenen Tempel heißen Sonnenpyramide und Mondpyramide und auf beide kann man hinaufklettern. Von oben hat man den schönsten Blick über die gesamte Anlage. Ich empfehle immer sehr früh morgens hinzufahren, dann ist es nicht so heiß und es sind wenige Besucher da.

Bringt einen Hut und Sonnencreme mit, Schatten gibt es nur wenig.

Mit dem Bus kann man gut von Mexiko-Stadt hinfahren, es dauert nur ca. 1,5 Stunden.  

Popocatepetl

Dieser aktive Vulkan liegt in der Nähe der Stadt. Er bricht regelmäßig aus und spukt hohe Aschewolken in den Himmel. Trotzdem kann man dort außerhalb der Sperrzone wandern, mountainbiken und die Natur erkunden. Man geht rauf bis ca. 4000 Meter über den Meeresspiegel! Das ist schon recht hoch und die Luft wird sehr dünn. Es fühlt sich an wie im Höhentrainingslager! Ein Abenteuer ist es aber allemal!  

Mexiko-Stadt

Auch meine kleine Schwester kam mich in der Megacity besuchen!
Auch meine kleine Schwester kam mich in der Megacity besuchen!

Mexico-City ist unglaublich, erst weiß man gar nicht wo man anfangen soll, aber schon bald fühlt man sich wohl, liebt die Leute und die Stadt! 

Es gibt so viel zu sehen und immer wieder neue Events, Cafes und Restaurants. Ganz viele Museen und viel Geschichte und Kunst. Besonders schön ist das Castillo de Chapultepec, das nationale Kunstmuseum und das Historische Zentrum mit dem Zocalo. Dort wurde auch die Anfangsszene von James Bond - Spectre gedreht! 

In Condesa und Roma gibt es viele Hotels und Parks, die Gegend ist sehr sicher und es fühlt sich nicht an, als wäre man in einer Großstadt! San Angel und Coyoacan, wo die berühmte Künstlerin Frida Kahlo lebte sind ebenfalls sehr schön und alt. Ich lief am liebsten durch die hübschen Straßen von Roma, probierte neue Cafés aus, aß mit Freunden die verrücktesten Taco-Kreationen und trank die besten Cocktails in Polanco!

 

Im Palacio de Bellas Artes im Zentrum gibt es fast täglich Programm und man kann günstig Tickets für wunderschöne Konzerte der Philharmoniker kaufen. Gegenüber im Sears gibt es ein Cafe mit Terrasse - mein Lieblingsplatz um auf den Palacio zu gucken! 


Der wunderschöne Palacio de Bellas Artes ist seit 1987 Kunstmonument (UNESCO)
Der wunderschöne Palacio de Bellas Artes ist seit 1987 Kunstmonument (UNESCO)

Ich habe mich während dieses Jahres in Mexico verliebt, in die Landschaften, die kleinen Städte und Dörfer, die Natur und vor allem die Menschen! Diese sind so herzlich und hilfsbereit, immer interessiert und neugierig wo du herkommst. Sogar das "Moloch" Mexiko-Stadt, wie viele sagen, hat mein Herz im Sturm erobert! 

 

Viele Leute in Deutschland fragen mich immer noch, ob Mexico nicht gefährlich ist - das ist es nicht. Es gibt Kriminalität und Gewalt, Entführungen, ja. Aber meistens in Gegenden wo man als Tourist nicht hinkommt und vor allem wird meistens innerhalb der Kartelle und Drogenbanden gehandelt. Man kann immer mal zur falschen Zeit am falschen Ort sein, aber generell gibt es nichts zu befürchten. Das einzige was gefährlich sein kann, ist die Luftverschmutzung. Das ist ein Problem und ich hoffe, dass man bald eine Lösung finden kann. Die Menschen leiden sehr darunter.

In der U-Bahn würde ich allerdings aufpassen und nur das Nötigste mitnehmen. Dort wird geklaut wie in der Rabenschule ;) 

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